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3D im Spital

24.08.2017

Wo der 3D-Druck bereits heute standardmässig eingesetzt wird, in welche Richtungen sich die Technik entwickelt und welche rechtlichen Fragen dadurch auftauchen, zeigte das Symposium «3D Printing for Life Sciences» an der Hochschule für Life Sciences in Muttenz auf. BaselArea.swiss führte die Veranstaltung mit Unterstützung des Universitätsspitals Basel und des Kantonsspitals Baselland durch. Falko Schlottig, Direktor der Hochschule für Life Sciences, und Sébastien Meunier von BaselArea.swiss begrüssten über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Aula.

Warum Radiologen und 3D-Drucker so gut zusammenpassen

Gemäss Thomas Lambrecht, Klinikvorsteher des Universitären Zentrums für Zahnmedizin Basel, setze 3D-Printing das Modellieren mit anderen Mitteln fort. Für die Operationsplanung kommen anatomische Modelle in der Gesichts- und Kieferchirurgie schon seit Jahrzehnten zum Einsatz. Mit dem 3D-Printing wurde diese Form der Lösungssuche in einen digitalen Prozess übersetzt. Philipp Brantner vom Universitätsspital Basel stellte den Ort, an dem solche Modelle heute entstehen, vor: Das 3D-Print-Lab ist die Forschungsplattform für die Visualisierung von Daten und additive Fertigungsverfahren und stellt seine Dienstleistungen inhouse zur Verfügung. In seinem Vortrag widmete sich Brantner der Frage, warum und wie 3D Printing im Spital implementiert wurde. Grundsätzlich sei die Radiologie die geeignete Schnittstelle für alle Krankenhausdisziplinen: Radiologinnen und Radiologen seien erprobte Ansprechpartner in interdisziplinären Belangen, arbeiteten seit jeher mit Bildern und sie seien tendenziell technikaffin, gar innovationsführend im Spital. «Die Radiologie war die erste voll digitalisierte Abteilung», sagte Brantner. Als ersten Partner holten Brantner und seine Kollegen aus dem 3D-Drucklabor die Kiefer- und Gesichtschirurgie an Bord, die mit der 3D-Technologie bereits viel Erfahrung im chirurgischen Kontext hatten. Erst im zweiten Schritt schaffte Brantner einen Drucker an. Man solle mit einem möglichst kleinen, günstigen Einsteigegerät beginnen, um sich langsam in die Materie einzuarbeiten. Zuverlässigkeit sei das A und O.

Das Labor des Unispitals wurde schliesslich in der Radiologie installiert, die zentral gelegen und gut erreichbar ist. «Eine externe Lösung bringt nichts, denn niemand hat Zeit für lange Wege», sagte Brantner. Mit einer internen Messe im Unispital sorgten die 3D-Drucker dafür, die neue Dienstleistung bekannter zu machen. Die Nutzung des 3D-Labs ist sowohl für die Ärztinnen und Ärzte als auch fürs 3D-Team simpel: Anfragen gehen direkt in die Inbox des 3D-Labs. Routinefälle werden direkt verarbeitet. Bei komplizierteren Anfragen – etwa der Vorbereitung von Implantaten – wird der Prozess definiert und überwacht, wobei die Chirurgen und Medizinerinnen zu Rate gezogen werden. Inzwischen verfügt das 3D-Lab des Unispitals über neun Drucker und betreibt auch die Drucker im Kantonsspital Aarau. Brantners Ratschläge für neue 3D-Labs in Kürze:

  1. klein anfangen
  2. ein Netzwerk aufbauen
  3. das Portfolio erweitern

Strategie für die Zukunft

Ein Thema, um das man in Zukunft nicht herumkommt, sind die Regulatorien und das Qualitätsmanagement fürs 3D-Printing im medizinischen Bereich. Während es für operative Massnahmen etliche globale Richtlinien gibt, ist das 3D-Drucken heute noch unreglementiert. Die Verantwortung für den Patienten trägt jedoch auch bei Implantaten aus dem Drucker nicht die Maschine, sondern das Spital. Hansjörg Riedwyl von der ISS AG ermunterte die Spitäler dazu, eine Strategie für den 3D-Druck auszuarbeiten und Prozesse für ein adäquates Qualitätsmanagement aufzusetzen.

Eine Übersicht über das Programm, alle Referentinnen und Referenten, einige Präsentationen und Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.

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