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«Der Switzerland Innovation Park Basel Area passt perfekt zum Jura»

Oraganization | 26 September 2019

Der Switzerland Innovation Park Basel Area eröffnet am 25. Oktober seinen Standort im Jura. Claude-Henri Schaller, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit und Vizepräsident der Switzerland Innovation Park Basel Area AG, ist überzeugt, dass der Innovationspark einen entscheidenden Beitrag zur Diversifizierung der jurassischen Industrie leisten kann und Unternehmen besser mit der Forschung vernetzt.

Claude-Henri Schaller

BaselArea.swiss: Der Jura ist ein Uhrenkanton. Kann man das so sagen?

Claude-Henri Schaller: Ich würde behaupten, dass es keine Schweizer Uhr gibt, bei der nicht mindestens ein Teil im Jura produziert wird. Die Uhrenindustrie war der erste Industriezweig im Jura – und sie prägt den Kanton noch heute. Aktuell sind etwa 44 Prozent der Arbeitskräfte im Jura im sekundären Sektor tätig, mehr als in jedem anderen Kanton. Die internationalen Gruppen Swatch, Richemont, LVMH und Festina haben Produktionsstandorte im Kanton Jura. Rolex arbeitet auch mit vielen lokalen Lieferanten. Unsere Unternehmen wenden dieses Know-how aber auch auf anderen Gebieten an. Der Medtechbereich etwa wird immer wichtiger.

Ist der starke Fokus auf die Präzisionsindustrie eine Stärke oder eine Schwäche für den Kanton Jura?

Die grosse Abhängigkeit von der Industrie hat Vor- und Nachteile. Einerseits wirken sich Exportprobleme unmittelbar und stark auf uns aus. Auf der anderen Seite spüren wir auch eine gute Wirtschaftslage sehr schnell. Die Wirtschaftszyklen im Jura sind kürzer als in anderen Regionen. Die Arbeitslosenquote kann schnell steigen, aber auch schnell wieder sinken. Zwar nutzen wir das grosse Know-how in der Präzisionsmechanik auch im Bereich Medtech, im Maschinenbau oder in der Flugzeugtechnik. Unser Ziel ist es jedoch, dass die Unternehmen weiter diversifizieren.

Warum ist die Diversifizierung so zentral für den Jura?

Geht es der Uhrenindustrie nicht gut, brauchen die Unternehmer andere Möglichkeiten, sich zu entwickeln und sich weitere Märkte zu erschliessen. Mit der Diversifizierung eröffnen sich ausserdem gesellschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven: Wir investieren aktuell viel in die Ausbildung von hochqualifizierten Leuten – wir haben schweizweit eine der höchsten Hochschulabschlussquoten. Aber diese Investitionen kommen aktuell nicht so zu uns zurück, wie wir uns das wünschen würden. Wenn wir die Innovation im Kanton Jura fördern, geben wir unseren Talenten Perspektiven. Das ermöglicht es den Unternehmen, sich weiterzuentwickeln – und es wirkt sich günstig auf die ganze Gesellschaft aus. Wir wollen, dass hochqualifizierte Leute im Jura bleiben oder hierher zurückkommen.

Es gibt also Verbesserungspotenzial. Wo will der Kanton ansetzen?

In einem KMU macht der Patron mehr oder weniger alles selbst – er forscht, verkauft, sucht nach Innovationen und neuen Märkten. Aktuell finden Forschung und Entwicklung in den Unternehmen selbst statt, meist hinter verschlossenen Türen. Man ist recht verschwiegen. Zudem haben wir zwar die Haute Ecole Arc Neuchatel Berne Jura, aber kein Forschungszentrum, das für die Industrie forscht. Daher sind wir heute noch nicht früh und nah genug an der Forschung dran. Aber Innovation ist heute nicht mehr nur Sache einer Hochschule oder eines Unternehmens. Um innovative Lösungen zu finden, müssen Industrie und Akademie enger zusammenarbeiten. Der Switzerland Innovation Park Basel Area mit dem Standort Jura ist dabei ein wichtiger Baustein.

Inwiefern?

Die politischen Behörden im Kanton Jura verfolgen drei Ziele: Wir wollen Innovationen fördern, die Industrie bei der Diversifizierung unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Forschungszentren und Unternehmern fördern. Mit dem Switzerland Innovation Park Basel Area im Jura haben wir die Chance, die Forschungssystematik zu verbessern und Unternehmen, Forschung, Fachhochschulen und Kanton besser untereinander zu verknüpfen.

Welche Rolle wird der Innovationspark im Jura spielen?

Der Switzerland Innovation Park Basel Area hat Standorte in Basel, in Allschwil und neu in Courroux im Kanton Jura. Der Standort hier kann zu einem Tor werden, um überkantonale Verknüpfungen und Projekte zu fördern und zu organisieren. Ein jurassischer Unternehmer kann also durchaus am Standort Allschwil ein Projekt mit dem Unispital Basel aufsetzen, während ein Projekt aus Basel-Stadt auch die Ressourcen im Jura nutzen kann. Der Jura ergänzt mit seiner Spezialisierung das Know-how in der Region Basel optimal. Das ist auch für die Entwicklung neuer Produkte interessant.

Wie überzeugen Sie die Unternehmen, mehr zu kollaborieren und den Innovationspark im Jura zu nutzen?

Um möglichst viele KMU zu erreichen, arbeiten wir eng mit der Handelskammer zusammen und haben zusammen mit BaselArea.swiss ein Patronatskomittee gegründet. Die Vertreter aus Industrie und Forschung sollen den Austausch untereinander fördern. Natürlich müssen weiterhin viele Informationen zu den Unternehmen fliessen, wir müssen viel erklären. Der Switzerland Innovation Park Basel Area ist natürlich eine schöne politische Idee, aber handfeste Projekte und Ergebnisse sprechen eine deutlichere Sprache. Deshalb gilt es jetzt, passende Projekte zu identifizieren, zu organisieren und durchzuführen.

Auf welche Art von Projekte richtet sich der Switzerland Innovation Park Basel Area am Standort Jura aus?

Das Konzept des Innovationsparks passt perfekt zum Jura und zu unserer Wirtschaft: Unsere Unternehmer möchten über konkrete Projekte diskutieren und die können sie hier gemeinsam mit Forschungsinstituten auf die Beine stellen. Mit dem Switzerland Innovation Park Basel Area am Standort Jura konzentrieren wir uns zunächst auf das Gesundheitswesen. Uns beschäftigt, wie man das Gesundheitswesen in unseren Peripherieregionen besser organisieren kann. Das können Innovationsprozesse oder neue Lösungen sein. Ein Projekt geht den Ärztemangel an: Gemeinsam mit dem Pflegepersonal lassen sich innovative Lösungen finden, wie sie mehr Aufgaben übernehmen können. Ich bin überzeugt, dass der Gesundheitsbereich riesige Zukunftsperspektiven öffnet. Weitere Projekte im Bereich Industrie 4.0 sollen folgen.

Warum wird der Switzerland Innovation Park Basel Area im Jura ein Erfolg werden?

Es gibt einen starken Willen, den Innovationspark im Jura zu realisieren. Das Interesse vonseiten der Unternehmer ist gross. Bereits vor der Eröffnung hat der erste Mieter, die IT-Security-Firma NextDay.Vision unterzeichnet. Und wir haben alle nötigen Kompetenzen, um einen Innovationspark zu betreiben. Ausserdem ist BaselArea.swiss im Kanton ziemlich gut verankert. Die Leute kennen einander. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Switzerland Innovation Park Basel Area etwas Gutes auf die Beine stellen können. Dazu kommt, dass im Innovationspark nicht nur Unternehmer aus dem Jura zusammenarbeiten sollen. Wir sind offen für die ganze Region Basel. Ich bin sehr optimistisch. Die industriellen Kompetenzen im Jura sind weithin bekannt – darauf kann der Innovationspark aufbauen.

Interview: Annett Altvater

What the Jura site of the Switzerland Innovation Park has to offer:

The Switzerland Innovation Park Basel Area and BaselArea.swiss are there to help entrepreneurs get their business projects off the ground and become a success. The focus of the Jura site in Courroux is the diversification of industrial businesses.

The Switzerland Innovation Park Basel Area in the Jura offers spaces in which innovative and collaborative processes can be put into practice. If there is sufficient demand, an additional floor will be equipped with workshops and technology laboratories for use by future tenants. Two BaselArea.swiss initiatives, DayOne and the i4Challenge, will also be available in the Jura.

The team from BaselArea.swiss at the Switzerland Innovation Park Basel Area puts Jura-based businesses keen to achieve more in the areas of innovation, digital health, Industry 4.0 and digitalisation in touch with the right contacts and experts in the cantons of Basel-Stadt, Basel-Landschaft and Jura. The Innovation Park also offers advice on support programmes and accessing funding, along with workshops.

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