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Diese Firmen und Projekte gewinnen die i4Challenge 2020

14.12.2020

Die Expertenjury der i4Challenge die diesjährigen Gewinner gekürt. Die Lösungen aus dem Bereich Industrie 4.0 reichen von 3D Druck, IoT, Big Data Analyse, AI, Robotics, Smart Production und Workplace 4.0 bis zu neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modellen.

Für die i4Challenge konnten sich Unternehmen aus der Schweiz, aus der Region Oberrhein in Baden Württemberg sowie aus dem Elsass bewerben. 32 Bewerberinnen und Bewerber hatten eine Lösung aus dem Bereich Industrie 4.0 und digitale Transformation eingereicht. Die Expertenjury traf anschliessend eine Vorauswahl, aus denen sechs Gewinnerprojekte hervorgingen.

Bei der i4Challenge 2020 gab es zudem erstmals die neue Kategorie New Ideas. 40 Studierende, Intrapreneurs, Unternehmer und Technologieteams bewarben sich. Auch in dieser Kategorie setzten sich sechs Bewerberinnen und Bewerber durch:

Diego Gladig und Benno Staub überzeugten mit ihrem Projekt Gossik. Der digitale persönliche Assistent nutzt AI, um die Agenda und die To-do-Liste in Einklang mit individuellen Routinen zu bringen. Die beiden Gründer wurden dank des Jurymitglieds Markus Mühlemann auf die i4Challenge aufmerksam. «Wir haben uns beworben, um von erfahrenen Unternehmern und Experten zu profitieren. Ausserdem verleiht der Gewinn unserem Startup Glaubwürdigkeit. Da wir uns in der ersten Finanzierungsphase befinden, ist das sehr wichtig für uns.»

MicroLean Lab verfolgt das Ziel einer autonomen, vernetzten und beliebig konfigurierbaren Mikrofabrik. Florian Serex verfolgt dieses Projekt an der Haute Ecole Arc Ingénerie. Die Beschaffenheit der schweizerischen Industrielandschaft spielt dabei eine wichtige Rolle: Den zahlreichen KMUs fehle das gemeinsame Verständnis für künftige Herausforderungen, so Serex. Dazu komme, dass die Firmen oft nicht die Kompetenzen und Kapazitäten haben, sich mit solchen Problemen vertieft auseinanderzusetzen. MicroLean Lab will das ändern. Themen sind beispielsweise ein verantwortungsbewusster Energieverbrauch und eine kürzere Lieferkette.

Nachhaltige Mode dank 3D-Bodyscan

BeWear bietet die erste massgeschneiderte KI-Nähmustertechnologie. Die Gründerinnen Verena Ziegler und Frauke Link haben eine White-Label-Lösung für den Online-Handel entwickelt, um Modekollektionen per 3D-Bodyscan individuell anpassen zu können. Damit sollen Produktionskosten gespart und Rücksendungen massiv reduziert werden. 2021 will BeWear zusammen mit einem Webshop für nachhaltige Mode ein Proof-of-concept veröffentlichen. «Als Teil der i4Challenge sind wir Teil der transformativen Bewegung der industriellen Revolution in der Schweiz. Das entspricht unseren Werten. Denn wir wollen nachhaltige On-Demand-Produktionslösungen durch künstliche Intelligenz und ein 4.0-Mikrofabrik-Konzept für Mode ermöglichen», sagt Verena Ziegler. «Ich weiss es zu schätzen, dass die i4Challenge an uns glaubt und uns beim Übergang von Forschenden zu Unternehmerinnen unterstützt.»

SwissCapCharger ist ein Energiemanagementsystem. Es will chemische Batterien und Verbrennungsmotoren ersetzen und damit die natürlichen Ressourcen und Ökosysteme entlasten. Er bietet eine Alternative, um Superkondensatoren innerhalb einer Minute aufzuladen. Charles Rippert profitierte von den Rückmeldungen der i4Challenge Jury zu seinem Projekt. Jetzt will er einen überzeugenden Pitch für Investoren entwickeln, ein Team zusammenstellen und Partner für den Prototypen finden.

Mylagro ist eine digitale Plattform, die Landwirte direkt mit Kundinnen und Kunden verbindet. Hernan Gomez nahm wertvolles Feedback von der Jury mit und sagt: «Es bedeutet harte Arbeit, ein Unternehmen zu gründen – und es gibt viele Unsicherheiten und schwierige Entscheidungen. Der Preis ist eine grossartige Belohnung für meine Arbeit. Und er öffnet mir Türen, um die dringend benötigte Unterstützung von Leuten aus der Region Basel und von potenziellen Investoren zu erhalten.»

Die technische Redakteurin, Terminologin und Fachübersetzerin Yvette Allimann möchte langweilige Bedienungsanleitungen in unterhaltsame, leicht zu lesende und jederzeit aktuelle Serious Games verwandeln, die eine Lese- und Verständniskontrolle beinhalten. Für Allimann war die i4Challenge eine Gelegenheit, ihre lang gehegte Idee ernsthaft zu verfolgen, weiterzuentwickeln und Partnerschaften aufzubauen. Der Gewinn verleihe ihr mehr Gewicht und helfe ihr dabei, in engeren Kontakt mit Geräteherstellern, Programmierern und Wirtschaftsorganisationen zu treten.

Die i4Challenge New Ideas nehmen am Accelerator im Switzerland Innovation Park Basel Area, Standort Jura teil. Das Accelerator Programm wird unter anderen vom Kanton Jura und dem Interreg-Projekt Titan-e unterstützt.

Und das sind die Gewinnerinnen und Gewinner aus der Kategorie KMU und Startups:

BLP Digital AG, ein Spin-off der ETH Zürich, verwendet KI zur Automatisierung von ERP- und Buchhaltungsprozessen auf der Grundlage von Dokumenten (Wareneingang, Rechnungen). Das automatische Lernsystem extrahiert relevante Informationen aus Dokumenten mit Hilfe einer neuen Kombination von computergestützter Bildverarbeitung und natürlicher Sprachverarbeitung. Durch die Integration der Lösung in die bestehenden Systeme und Workflows der Kunden werden Geschäftsprozesse beschleunigt und Kosten gesenkt.

ketag 4.0 ist ein Projekt des Spezialisten für Antriebstechnik Küffer Elektronik AG. ketag 4.0 digitalisiert die Instandhaltung von Maschinen und fördert die predictive maintenance. Das beginnt bei der Beratung, umfasst die Installation von Sensortechnik sowie Analyse der Daten und Monitoring der Anlagen und endet bei Support und Instandhaltung.

No Touch Robotics GmbH hat einen Roboter entwickelt, der kleine Gegenstände kontaktlos bewegen kann. Dabei werden kleine Objekte, wie sie beispielsweise in der Uhrenindustrie oder im Medtechbereich verwendet werden, von Greifern mit akustischer Schwebesteuerung erfasst. Marcel Schmuck von No Touch Robotics GmbH schätzte den intensiven Austausch mit den Jurymitgliedern. Er habe insbesondere vom offenen und konstruktiven Feedback sowie von der Möglichkeit, sich mit den Partnern der i4Challenge auszutauschen, profitiert. «Jetzt freuen wir uns sehr darauf, durch das Mentoring unser Unternehmen weiterzuentwickeln.»

Objectis Machine ist ein Framework, um die Brücke zwischen IT und OT zu schlagen und ist mit den meisten Technologien auf dem Markt kompatibel. Die Lösung ist ein standardisiertes Software-Framework für die flexible Maschinensteuerung. Für Christopher Bouzas von Objectis ist der Gewinn eine willkommene Bestätigung: «Mehr als 20 Experten haben uns bestätigt, dass unser Software-Automatisierungs-Framework, das die Lücke zwischen Digital- und Automatisierungstechnologien füllt, eine Antwort auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 ist.»

Indoor-Drohnen übernehmen die Bestandsverwaltung

Tinamu Labs AG , ein Spin-off der ETH Zürich, entwickelte eine Lösung die es ermöglicht, den sicheren Einsatz von computergesteuerten Drohnen in jeder Umgebung zu nutzen. Indoor-Flugrouten für sich wiederholende Inspektionsaufgaben, Bestandsverwaltung und Überwachung können leicht definiert und automatisiert werden. David Lanter von Tinamu Labs AG sagt: «Der strukturierte Bewerbungs- und Auswahlprozess war wichtig, um unsere aktuelle Geschäftsstrategie zu reflektieren und Lücken auf unserem Weg zum Markt zu schliessen. Dank der Beiträge der Expertinnen und Experten sind wir jetzt bestens für die nächsten Schritte vorbereitet.»

SEW Eurodrive hat eine Roboter Lösung für das Pick and Place mit sich verändernden Aufnahme- und Ablagepositionen vorgestellt. Mit dem TouchProbe für Roboter wird mit digitalen Sensoren eine hochgenaue Positionierung erreicht. Diese innovative Lösung wurde im Rahmen einer Masterarbeit von einer Mitarbeiterin der SEW Eurodrive erstellt und beim i4Challenge eingegeben.

Lösungen für die digitale Transformation

Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten Zugang zum Industrie 4.0-Netzwerk in der Basel Area sowie Coaching, Mentoring und Zugang zu Coworking Spaces an einem der vier Standorte des Switzerland Innovation Park Basel Area. Zudem werden sie Jahresmitglied der Société Industrielle de Mulhouse und bekommen Zugang zum Netzwerk und zu den Aktivitäten der Projektpartner von Interreg Oberrhein 4.0.

Profitieren konnten die Teilnehmenden auch in anderen Bereichen. «Die i4Challenge bot mir die Möglichkeit, mich im Präsentieren unseres Produktes gegenüber firmenfremden Personen zu üben. Außerdem habe ich mich intensiv mit Bereichen auseinandergesetzt, die normalerweise nicht in meinen Tätigkeitsbereich fallen und so wertvolle Einblicke erhalten», sagt Simone Arnold von SEW Eurodrive.

Basel Area Business & Innovation will mit der i4Challenge den digitalen Wandel in der Industrie vorantreiben. Die Organisation hilft Unternehmen dabei, die Herausforderungen der industriellen Transformation zu erkennen und anzupacken. Die i4Challenge trägt zum einen dazu bei, geeignete i4.0 Lösungen vorzustellen, Entwicklungen aufzuzeigen und zu unterstützen. Zum anderen haben die Teilnehmenden Gelegenheit, mit Partnern und Mentoren in Kontakt zu treten, Kooperationen aufzugleisen und Kunden zu gewinnen.

Sehen Sie sich hier die Gewinner aus den Vorjahren an.

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